Engagement.

Laut einer Statistik aus dem Jahr 2012 sind derzeit ca. 12 Millionen Menschen ehrenamtlich in Deutschland tätig. Die Auswahl an Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren ist enorm. Angefangen von paritätischen Einrichtungen, über die vielen freiwilligen Feuerwehren, Technischen Hilfswerke und andere Hilfsorganisationen bis hin zu den Spendensammlern unterschiedlichster Vereine und Organisationen, Helfer werden überall gesucht!

Auch wenn die Zahl 12 Millionen groß klingt, so werden weiterhin von sämtlichen Vereinen und Organisationen helfende Hände gesucht. Ehrenamt heißt ja auch nicht, sich gänzlich zu verausgaben. Es gilt das Motto: "So viel man kann und will." Für sich das richtige Engagement zu finden ist nicht leicht. Aber es ist ja auch nichts in Zement betoniert.

Ich kann für mich sagen, ohne Ehrenämter, käme ich mir wirklich leer vor.
Für mich ist Ehrenamt mehr als nur Freizeitaktivität. Mein Engagement besteht aus Herzblut, wenn ich etwas mache, dann richtig.
Seit 1991 war ich ununterbrochen ehrenamtlich tätig, dabei in unterschiedlichsten Formen.
Bis heute bin ich Webmaster der Country & Western-Freunde Ostallgäu e.V., bei denen ich bis 2006 auch Bühnentechniker war. Zuvor war ich auch aktives Mitglied des Jugendrotkreuzes, der Freiwilligen Feuerwehr Füssen und als Schlagzeuger Mitglied der Harmoniemusik Füssen.

Nach meinem Umzug nach Köln im Jahr 2007 war ich von 2008 - 2012 Teambetreuer beim American Football-Verein Cologne Falcons, während der Gay Games Cologne 2010 Helfer im Pressezentrum und Infostand am Rudolfplatz und - ein besonderes Highlight - als Volunteer bei der "Rise 'n Shine Convention" 2012, einer Fan-Convention für Fans der Serie "Queer as Folk", bei der sogar 9 Hauptdarsteller der Serie teilgenommen hatten!

Neben den u.g. Organisationen unterstütze ich jedoch auch z.B. beim Projekt 100 % Mensch von und mit Holger Edmaier. Sei es nun beim Texten von Flyern rund ums Thema TS/TG, Crowdfunding in Form von Spenden oder auch mal beim Standdienst bei CSDs in NRW.

Cologne Pride/ehem. Vorstand des KLuST.

Der Cologne Pride ist - genau genommen - ein zwei-wöchiges Programm rund um den Christopher Street Day in Köln.
Neben unterschiedlichsten Informationsveranstaltungen etlicher Organisationen für LGBT-Gruppierungen und natürlich Partys, ist da die mittlerweile auch legendäre Eröffnung des Cologne Pride, der "Fantasy Pride" im Phantasialand in Brühl.
Der Hauptteil des Cologne Pride ist das Straßenfest, welches immer am ersten Juli-Wochenende stattfindet. Beginnend am Freitag, mit der Eröffnung des Straßenfestes und der großen Aids-Gala am Abend, über den Samstag und der großen Demonstration quer durch die Kölner Innenstadt am Sonntag bis zum Finale am Sonntag Abend. Auf drei Bühnen werden Live-Musik (Hauptbühne am Heumarkt), politische Kundgebungen und Kleinkunst (Bühne am Alter Markt) und natürlich DJs (Bühne am Gürzenich) geboten.

Seit dem Jahr 2008 bin ich u.a. Mitglied im Team der PrideBändchen. Der CSD in Köln wird überwiegend durch Spenden und Sponsoren finanziert und durch den Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (kurz KLuST) organisiert. Das Verteilen der PrideBändchen ist dabei ein wichtiger Bestandteil zur Sammlung der finanziellen Mittel.
Die PrideBändchen (bis 2014 Solibändchen) gibt es seit 2007 und sind jedes Jahr in einer anderen Farbe gehalten. Die PrideBändchen sollen eben die Solidarität für die LGBT-Community darstellen und haben durch die immer wechselnden Farben und Motiven natürlich auch soetwas wie einen Sammlerwert.

Sonntags war ich seit 2011-2015 auch als sog. DemoEngel (bis 2014 Paradeengel) unterwegs, bin also zusammen mit ca. 35-40 anderen ehrenamtlichen Helfern dafür zuständig, dass "keiner unter die Räder kommt".

Neben den Wagenengeln, die von den teilnehmenden Gruppen gestellt werden müssen, sind wir Teil der Organisation der Demo, tragen also Verantwortung für mehrere Gruppen, seien es Fußgruppen oder eben auch die zahlreichen LKWs, PKWs usw.
Wir sind die ersten Ansprechpartner für Teilnehmer, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es funktionieren soll.


In Zweiergruppen werden die DemoEngel aufgeteilt, stets per Funk mit der 7-köpfigen Demoleitung verbunden, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.
Wenn um 12 Uhr - sofern alles pünktlich klappt - die Parade in Köln-Deutz startet, sind wir Helfer schon 6 1/2 Stunden im Dienst, helfen bei der Aufstellung der meist über 100 Teilnehmergruppen, statten die Wagenengel mit Shirts und Informationen aus und sorgen dafür, dass nicht das größte Chaos ausbricht.

DemoEngel zu sein ist nicht nur eine sehr verantwortungsvolle und spannende Aufgabe, es macht zudem wahnsinnig viel Spaß, zusammen mit der großen Gruppe für die Teilnehmer da zu sein, für einen reibungslosen Ablauf der Demo zu sorgen und am Ende auf der Hauptbühne vor Tausenden Zuschauern zu stehen und sich einfach nur einen Applaus für die geleistete Arbeit abzuholen.

Am 27.01.2015 wurde ich in den Vorstand des Vereins gewählt und habe mir vorgenommen, das Thema "Trans*" weiter in den Fokus rücken, aber das ist nur ein kleiner Teil der sehr zeitfüllenden Arbeit. Denn wir organisieren den kompletten ColognePride inkl. natürlich dem CSD-Wochenende, betreiben das ganze Jahr über Lobby-Arbeit für die LGBT-Community uvm.
Nach zwei sehr harten Jahren, bin ich seit dem 22.05.2017 nun wieder frei von Vorstandsarbeit und genieße dies auch durchaus. Es hat immerhin die wenige Freizeit neben meiner normalen Vollzeittätigkeit vollständig aufgefressen.

Nun widme ich mich auch anderen, ehrenamtlichen Organisationen.
(Fotos: privat, VVG)

Aidshilfe Köln.

In der Aidshilfe Köln war ich richtig aktiv seit Januar 2013-Januar 2015.
Die Aidshilfe ist eine international tätige Organisation, mit Hauptsitz in Berlin und in enger Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut Berlin, die sich besonders um HIV-Positive und deren Angehörige kümmert, stets die aktuellsten Studienergebnisse und medizinischen Erkenntnisse vermittelt und auch über andere Erkrankungen, die bei Geschlechtsverkehr übertragen werden können, informiert.

Sie bietet unterschiedlichste Hilfsmöglichkeiten an, u.a. persönliche oder anonyme Beratungsgespräche, Begleitung für Erkrankte und deren Angehörige bei Amts- und Arztgängen, Selbsthilfegruppen, Informationsveranstaltungen an Schulen und anderen öffentlichen Institutionen, Ausbildungsangebote für HIV-Positive, Cafés uvm.

Nach ein paar Jahren, in denen ich zum Welt-Aids-Tag, jährlich am 1. Dezember, als Spendensammler unterwegs war, bin ich nun seit dem 30.01.2013 auch als eingetragener ehrenamtlicher Helfer bei der Aidshilfe Köln.

Ende Februar 2013 fanden die ersten Schulungen statt, in denen ich mir das notwendige medizinische und helfertechnische Wissen angeeignet hatte.
Natürlich hatte ich mich schon lange vorher mit dem Thema HIV/Aids und sexuell übertragbaren Infektionen beschäftigt.

Eingetragen bin ich erst einmal als Teil des Eventteams, sprich für Spendensammlungen und Informationsstände bei Großveranstaltungen, wie z.B. eben für den Welt-Aids-Tag, den "Run of Colours", die Aids-Gala, Konzerte usw.

Seit meiner Arbeit als Vorstand um KLuST (siehe oben), endete mein Ehrenamt bei der Aidshilfe Köln allerdings, da ich zeitlich nicht beides unter einen Hut bekommen hatte.

Auch wenn ich mich dort nicht mehr engagiere, ist die Arbeit der Aidshilfen weltweit eine sehr wichtige und verdient jede Unterstützung.

.: JLB - 2017